Unser Bio-Hanföl – in Garting aus bayerischer Hanfsaat gepresst
Unser Bio-Hanföl entsteht bei uns in der Ölmühle Garting: Hier pressen wir die Hanfsaat, lassen das frisch gewonnene Öl natürlich absetzen und füllen es anschließend ab. Für die Herstellung verwenden wir Bio-Hanfsamen aus dem bayerischen Rottal, die wir seit mehreren Jahren von unserem festen Partner Rottal Hanf und den dortigen Bio-Landwirten beziehen.
Hanf hat bei uns schon länger Tradition. Früher bauten wir einen Teil unserer Hanfsaat selbst auf den Feldern rund um Garting an. Mit der steigenden Nachfrage nach unseren Hanfprodukten reichten die eigenen Anbaumengen irgendwann nicht mehr aus. Mit Rottal Hanf haben wir dafür einen verlässlichen bayerischen Partner gefunden.
Je nach Anbau und Ernte kommen unterschiedliche Nutzhanfsorten wie Finola, Fedora, Uso oder Earlina zum Einsatz. Sorte und Erntejahr können Einfluss auf Geschmack und Zusammensetzung der Saat nehmen. Deshalb können auch Farbe, Aroma und Fettsäureprofil unseres naturbelassenen Hanföls von Ernte zu Ernte leicht variieren.
Schonende Kaltpressung und natürliche Sedimentation
Unser Bio-Hanföl wird vollständig bei uns in Garting gepresst. Bei der Verarbeitung geht es uns darum, die Hanfsaat möglichst schonend zu verarbeiten und den natürlichen Charakter des frisch gewonnenen Öls zu erhalten. Deshalb achten wir sowohl während der Pressung auf niedrige Temperaturen als auch anschließend auf eine schonende Verarbeitung ohne Filtration.
Kaltpressung bei unter 40 °C
Bei der Pressung kontrollieren wir die Temperatur genau: Das austretende Öl liegt in der Regel zwischen 38°C und 40 °C.
Das Öl wird rein mechanisch aus den Hanfsamen gewonnen und nicht raffiniert. Für uns bedeutet kaltgepresst deshalb nicht nur eine Bezeichnung auf dem Etikett, sondern ein Herstellungsverfahren, das wir unmittelbar an unseren eigenen Pressen steuern.
Natürlich abgesetzt statt filtriert
Frisch gepresstes Hanföl enthält zunächst feine natürliche Trubstoffe aus der Saat. Statt diese unmittelbar herauszufiltern, lassen wir das Öl ruhen. Die schwereren Bestandteile setzen sich mit der Zeit am Boden ab und das darüberstehende Öl wird anschließend sorgfältig abgenommen.
Unser Hanföl wird nicht filtriert. Dieses natürliche Absetzen benötigt Zeit, entspricht aber unserer Vorstellung von einer möglichst schonenden und naturbelassenen Verarbeitung.
Wie schmeckt kaltgepresstes Hanföl?
Unser Bio-Hanföl besitzt einen fein nussigen, leicht grasigen Geschmack und eine charakteristische grün-goldene Farbe. Sein eigenständiges Aroma unterscheidet es deutlich von geschmacksneutralen raffinierten Pflanzenölen und macht es zu einem charaktervollen Speiseöl für die kalte Küche.
Leichte Unterschiede zwischen verschiedenen Pressungen sind bei einem naturbelassenen Öl normal und spiegeln unter anderem die jeweilige Saat und Ernte wider.
Omega-3 und Omega-6 – die besondere Fettsäurezusammensetzung von Hanföl
Einer der wichtigsten Gründe für das ernährungsphysiologische Interesse an Hanföl ist seine besondere Fettsäurezusammensetzung. Es enthält einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren – insbesondere Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure, kurz ALA (Omega-3).
Typischerweise kommen Omega-6 und Omega-3 in Hanföl ungefähr in einem Verhältnis von 3:1 bis 4:1 vor. Die tatsächlichen Werte können abhängig von Sorte, Anbau und Ernte schwanken.
Eine frühere Analyse unseres eigenen Hanföls ergab beispielsweise 54,91 % Linolsäure und 16,61 % Alpha-Linolensäure – entsprechend einem Verhältnis von rund 3,3:1. Zusätzlich wurden 2,90 % Gamma-Linolensäure (GLA) ermittelt. Diese Werte geben einen konkreten Einblick in die damalige Zusammensetzung unseres Hanföls, sind als Naturwerte aber keine feste Spezifikation für jede Ernte.
Alpha-Linolensäure – die Omega-3-Fettsäure im Hanföl
Alpha-Linolensäure gehört zu den essentiellen Fettsäuren und muss über die Nahrung aufgenommen werden. Aufgrund seines natürlichen ALA-Gehalts erfüllt Hanföl die Voraussetzungen für die Angabe „reich an Omega-3-Fettsäuren“.
Für Alpha-Linolensäure ist zudem folgende gesundheitsbezogene Angabe zugelassen:
Alpha-Linolensäure (ALA) trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei. Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 2 g ALA ein.
Warum ist das Omega-6:Omega-3-Verhältnis interessant?
Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren sind beide Bestandteile unserer Ernährung. Neben der absoluten Aufnahme der einzelnen Fettsäuren wird deshalb auch ihr Verhältnis zueinander betrachtet.
Gerade hier ist Hanföl interessant: Linolsäure und Alpha-Linolensäure kommen von Natur aus gemeinsam vor und stehen typischerweise ungefähr in einem Verhältnis von 3:1 bis 4:1.
Warum das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in unserer Ernährung eine Rolle spielt und weshalb eine einfache Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Fette zu kurz greift, erklären wir ausführlich in unserem Wissensartikel zum Omega-6:Omega-3-Verhältnis.
Wer sich darüber hinaus ausführlicher mit Hanföl, seinem Fettsäureprofil und seiner Verwendung – auch als Hautpflegeöl – beschäftigen möchte, findet weitere Informationen im externen Beitrag „Hanföl – Eines der besten Speiseöle“ beim Zentrum der Gesundheit. Der Beitrag behandelt diese Themen allgemein und bezieht sich nicht speziell auf unser Bio-Hanföl.
Wie verwende ich Bio-Hanföl in der Küche?
Sein nussig-grasiges Aroma macht Hanföl besonders interessant für die kalte Küche. Es passt zu Salaten, Dressings, Dips und Aufstrichen und eignet sich ebenso zum Verfeinern von Gemüse, Kartoffeln, Suppen und anderen bereits gegarten Speisen.
Hanfprodukte lassen sich dabei auch sehr schön miteinander kombinieren. In unserem Rezept für Protein-Semmeln kann beispielsweise Hanföl zusammen mit geschälten Hanfsamen oder Hanfprotein verwendet werden.
Damit entsteht eine natürliche Verbindung innerhalb unserer Hanffamilie: Hanföl, geschälte Hanfsamen, Hanfmehl und Hanfprotein stammen zwar alle vom Hanf, besitzen durch ihre unterschiedliche Verarbeitung aber jeweils eigene Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten.
Kann man kaltgepresstes Hanföl erhitzen?
Aufgrund seines hohen Anteils mehrfach ungesättigter Fettsäuren empfehlen wir unser Bio-Hanföl nicht zum Braten oder starken Erhitzen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Hanföl ausschließlich für kalte Speisen verwendet werden kann. Es lässt sich sehr gut nach dem Garen über Gemüse, Kartoffeln, Suppen oder andere warme Gerichte geben. So kann sein charakteristischer Geschmack gezielt zum Verfeinern eingesetzt werden, ohne das Öl unnötig hohen Temperaturen auszusetzen.
Sie suchen ein Öl zum Braten, Kochen oder Frittieren? Welche Speiseöle sich für höhere Temperaturen eignen und worauf es beim Erhitzen von Ölen ankommt, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag „Gesund grillen: Die besten Tipps und das richtige Öl“.
Bio-Hanföl oder Hanföl – wo liegt bei uns der Unterschied?
Für unser Bio-Hanföl und unser nicht bio-zertifiziertes Hanföl verwenden wir heute ausschließlich Hanfsaat aus ökologischem Anbau. Auch die Verarbeitung erfolgt nach demselben Prinzip in unserer Ölmühle in Garting.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Bio-Zertifizierung des Endprodukts: Unser Bio-Hanföl führen und dokumentieren wir als zertifiziertes Bio-Produkt. Unser anderes Hanföl haben wir dagegen nicht in diese Bio-Zertifizierung aufgenommen.
Der damit geringere Dokumentations- und Zertifizierungsaufwand ermöglicht es uns, dieses Hanföl etwas günstiger anzubieten, obwohl auch dafür ausschließlich Hanfsamen aus ökologischem Anbau verwendet werden.
Wer Wert auf ein als Bio zertifiziertes Endprodukt legt, wählt unser Bio-Hanföl. Wer auf die Bio-Kennzeichnung des Endprodukts verzichten kann, findet in unserem kaltgepressten Hanföl eine günstigere Alternative aus derselben hochwertigen Rohstoffbasis.
Wie lagere ich Bio-Hanföl richtig?
Aufgrund seines hohen Anteils mehrfach ungesättigter Fettsäuren sollte Hanföl kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Nach dem Öffnen gehört die Flasche in den Kühlschrank und sollte nach Gebrauch wieder gut verschlossen werden.
Bei sachgerechter Lagerung ist unser Bio-Hanföl ungeöffnet neun Monate haltbar.
Ist Hanföl glutenfrei?
Hanf gehört nicht zu den glutenhaltigen Getreidearten. Hanfsamen und daraus gewonnenes reines Hanföl sind daher von Natur aus glutenfrei.
Bei der Kennzeichnung unserer naturbelassenen Produkte berücksichtigen wir darüber hinaus mögliche Einträge entlang der landwirtschaftlichen und betrieblichen Verarbeitungskette. Warum wir das Thema „glutenfrei“ deshalb bewusst differenziert betrachten, erklären wir in unserem Beitrag über glutenfreie Produkte der Ölmühle Garting.
Unser kaltgepresstes Bio Hanföl kann Spuren von Nüssen, Soja, Senf und Sesam enthalten.